Jamboree 2011 in Schweden

Die Welt in einem Dorf
Von 24.Juli bis 11.August 2011 nahmen tiroler Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus den Gruppen Innsbruck-Allerheiligen, Innsbruck-Pradl, Innsbruck 10-PTA, Neustift und Wattens am 22.Welt Jamboree in Schweden teil.
Das Jamboree ist das Weltpfadfindertreffen. Es findet alle vier Jahre in einem anderen Land statt. Die jugendlichen Teilnehmer sind zwischen 14-17,5 Jahre alt. Erwachsene nehmen als Mitarbeiter, als Leiterinnen und Leiter für die Jugendlichen oder als Teil der Kontingentsleitung ihres Landes teil.
Am 24.Juli startete unsere Reise am Hauptbahnhof in Innsbruck. Mit dem Zug ging es nach Wien. In der Bundeshauptstadt verbrachten wir vor dem Jamboree noch einige Tage, die für die letzten Vorbereitungen in den Trupps und für den großen Abschiedsevent im
Wiener Rathaus und in Schloss Schönbrunn genutzt wurden.
Nach einigen Tagen in Wien ging es für die Trupps mit Bussen aufs Jamboreegelände. Die Mitarbeiter und Teile der Kontingentsleitung waren schon vorher nach Schweden geflogen um alles für das Jamboree vorzubereiten.
Zehn Tage voller Abenteuer
Am Lagergelände in Rinkaby verbrachten wir zehn spannende Tage. Auf einer Grünfläche war eine Stadt entstanden. 38.000 begeisterte Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus fast allen Ländern der Welt lebten hier gemeinsam in Harmonie. Wie eine echte Stadt verfügte auch das Jamboree über Cafes, ein Postamt, ein Krankenhaus, Supermärkte, einen Hauptplatz…
In der Zeltstadt war jede Nachbarschaft international. Da lagerten Österreicher neben Franzosen, Briten, Deutschen, Schweizern, Amerikanern, Schweden…
Bald wurden erste Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen und in ländergemischten Cliquen wurde gesungen, gespielt, der Lagerplatz erkundet oder ganz einfach gechillt.
Die Zeit war gut ausgefüllt und nicht nur ein mal fragten sich viele warum hat ein Tag nur 24 Stunden? Das Programm forderte alle Sinne. Von einer Wanderung in den skandinavischen Wäldern, von der Abkühlung im Meer, über sportliche Aktivitäten bis zur Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen unseres Planeten gemeinsam mit NGOs und UN Organisationen kam nichts zurück. Auch für Spiritualität war Raum ob bei einer besinnlichen Nachtaktivität, im Dorf der Religionen, bei der interreligiösen Friedenszeremonie oder bei den Gottesdiensten. Im großen Jamboreelager ist Platz für alle Glaubensbekenntnisse. So nützten viele die Chance miteinander ins Gespräch zu kommen und etwas über andere Religionen und Kulturen zu erfahren. So war der Cultural Day ein weiteres Highlight. An diesem Tag präsentierten sich die Länder in Nationaltrachten, kochten traditionelle Gerichte und zeigten Tänze aus ihrem Land.
Im Zentrum des Lagers präsentierten sich alle teilnehmenden Länder mit einem Informationsstand. Und für viele war es ein Sport die Stempel und Brandstempel der über 100 Nationen zu sammeln und ganz nebenbei was über Land und Leute und die Pfadfinderbewegung in aller Welt zu erfahren.
Nach zehn ausgefüllten Tagen ging auch dieses Lager dem Ende zu. Mit einer beeindruckten Abschlussfeier mit Musikern wie Europe oder Kate Ryan wurde ein letztes Mal gefeiert. Auch das schwedische Königspaar feierte mit uns.
Gastfreundschaft in Norwegen
Nach dem Jamboree verbrachten wir einige Tage in Gastfreundschaft. Die meisten österreichischen Trupps verbrachten ihre Gastfreundschaft in Norwegen und einige wenige auch in Schweden. Untergebracht waren wir entweder bei Familien oder bei Pfadfindergruppen. Wir nutzten die verbliebenen Tage um Skandinavien besser kennen zu lernen. Der Trupp „Edlweiss-Express“, in dem ich als Leiter dabei war, verbrachte seine Gastfreundschaft in einem Vorort von Oslo. Dort wurden wir von einer Altpfadfindergilde betreut. Gemeinsam mit unseren Gastgebern besichtigten wir das Schimuseum und die Schisprungschanze am Holmenkollen, das Wikingermuseum, unternahmen eine Bootsfahrt am Oslofjord und verbrachten einen gemeinsamen Abend am Lagerfeuer mit Grillen, Gesang und norwegischen Pfadfinderspielen.
Am 10.August startete um 5 Uhr früh unsere Heimreise. Von Oslo ging es ins schwedische Helsingborg. Dort feierten wir eine kleine Abschiedszeremonie für das österreichische Kontingent und teilten uns auf die Busse auf. Diese brachten uns müde und mit vielen Eindrücken in unseren Köpfen und Herzen in unsere Heimat zurück.
Was bleibt?
Unzählige Fotos, getauschte Abzeichen und Halstücher, neue Eindrücke, Erinnerungen an zahlreiche Begegnungen mit Gleichgesinnten aus aller Welt und die Sicherheit: „Ich bin Teil einer weltweiten Bewegung und gemeinsam können wir was bewegen“. Jeder von uns wird als „Messenger of Peace“ versuchen etwas vom Jamboree-Spirit auch zu Hause in der Familie, in der Pfadfindergruppe oder in der Schule/am Arbeitsplatz umzusetzen.
Auch Tirol war gut vertreten!
Aus unserem Landesverband kamen viele Jugendliche, die das Jamboreeprogramm in ihren bundesländergemischten Trupps erlebten.
Ohne freiwillige Helfer sind solche Großveranstaltungen unmöglich. So halfen auch aus Tirol Pfadfinderleiterinnen und –leiter im Wiener Kaffeehaus, bei der Verpflegung, als Listening Ear (=Ansprechpartner für alle, die wem zum Zuhören brauchen).
Natürlich fahren unsere Jugendlichen nicht alleine auf so ein Lager. Mary von der Gruppe Innsbruck-Allerheiligen kümmerte sich als Teil des Medizinischen Teams um das Wohlbefinden der 840 ÖsterreicherInnen. Ich erlebte das Jamboree als Patrullenbetreuer in einem unserer 15 österreichischen Trupps mit.
2015 in Japan
In vier Jahren ist es wieder so weit. Die Vorbereitungen werden bald beginnen.
Du kannst dabei sein:
Wenn du aktives Mitglied der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs bist und…
...wenn du 2015 zwischen 14 und 17,5 Jahre alt bist als Jugendlicher Teilnehmer
…wenn du älter bist kannst du als Mitarbeiter (=Mitglied des International Service Teams), als PatrullenbetreuerIn mit den Jugendlichen oder als Mitglied des Kontingentsleitungsteams dabei sein.
Infos findest du rechtzeitig auf pfadfinder.at und im ppö-Brief.
Einen ersten Vorgeschmack auf Japan erhältst du unter: http://www.23wsj.jp/







