Buleila

Stellen Sie sich folgendes vor:

Sie sitzen in einem Raum, welcher lediglich mit einem bequemen, warmen Sessel und einem überdimensionalen TV ausgestattet ist.
Sie nehmen Platz und lassen den Blick durch den Raum schweifen, kehren aber bald mit ihrer vollen Aufmerksamkeit zum Fernseher vor Ihnen zurück.
Es ertönt Musik, Streicher, der Anfang der Tirolwerbung. Plötzlich wird der helle Raum dunkel und der dunkle Bildschirm erwacht zum Leben. Es wird Ihnen ein Gebirgsbach gezeigt, diverse Panoramaaufnahmen von Bergen, ein Murmeltier, alles in allem ein gut abgestimmter Wechsel der Perspektiven, um Ihnen einen exklusiven Einblick in die NaturTirols zu geben.

Die Musik schwillt zu einem crescendo an, während im immer schneller werdenden Tempo auf einen einzelnen Lagerplatz hineingezoomt wird. Plötzlich ist es still.
Zwei hübsch gekleideten Damen im Dirndl und ein anständiger junger Herr in Lederhosen stehen auf einer improvisierten Bühne. Sie sprechen, heißen die restlichen Teilnehmer, Pfadfinder wie Sie nun erkennen können, Willkommen, das alles aber mit einem seltsam klingenden Akzent. Dieser, so scheint es Ihnen, gehorcht nur seinen eigenen Regeln und bildet mit dem manchmal harten Kratzen einen ganz eigenen Rhythmus.

Nun werden Ihnen verschiedene Szenen gezeigt, zuerst ein Aufbau von vielen Zelten, dann ein urig wirkendes Essen, dann viele Menschen die sich bei Regen im Kreis drehen und Tanzen. Ein Lachen umspielt ihre Lippen und Sie tun es ihnen gleich, Sie lächeln. Das Letzte was Sie von diesem Tagesausschnitt sehen, ist ein Schild, auf welchem groß: Tiroler Pfadfinder Zentrum Igls steht. Das Licht geht aus, das leise plätschern des Regens versiegt.

Es erscheint der nächste Tag am Bildschirm. Müde, aber zufrieden wirkende Gesichter bahnen sich den Weg zum Frühstück und der Tag beginnt.
Sie verfolgen gespannt die Aktivitäten aller Pfadfinderleiter, welche sich zuerst auf den Lagerplatz begrenzen. Traditionelle Spiele und Tätigkeiten Tirols werden nun präsentiert. Holzstapeln, Zirbenkugelbahn bauen, ein Spiel mit Holzklötze, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.
Dann wird es Nachmittag, eine Aufbruchstimmung ist aufgekommen, fast alle verlassen den Lagerplatz, die Kamera begleitet sie. Wieder werden Bilder der atemraubenden Natur Tirols gezeigt, aber auch fröhliche Wanderer. Es sind die Pfadfinderleiter, wie sie nun erkennen. Es baut sich eine stetig steigende Spannung auf, welche in einem einzigartigen Auftritt eines Tiroler Poetryslamers, Stefan Abermann, gipfelt. Zu den Klängen von Philip Glass‘ Musikstück geht nun auch dieser Tag zu Ende.

Am nächsten Morgen herrscht schon früh reges Treiben. Sie werden immer mehr in den Bann des Geschehens gezogen. Im nun folgenden Vormittagsprogramm besichtigen Sie mit den Teilnehmer „hoamilig“ wirkende Tiroler Städte und Dörfer. Außerdem sind Sie ein Teil eines Glockengussprozesses, lassen sich im Audioversum von Farben und dem Hören verzaubern, erkunden Stift Stams, und fühlen sich selbst frei, während Sie die Flugbahn eines Raubvogels im Alpenzoo genau mitverfolgen. Anschließend schlendern Sie inmitten der Pfadfinderleiter durch die reizende Innsbrucker Innenstadt. Und plötzlich: Der Bildschirm wird schwarz, die Musik wird ruhiger und Ihnen bewusst, dass das, was nun folgt, wohl der Höhepunkt des Filmes sein muss.
Es erscheinen geschmückte Menschen, welche Kühe darstellen, ein Almabtrieb wird Ihnen schlagartig klar. Dann, mit viel Lärm laufen Krampusse über den Lagerplatz und verursachen Chaos. Anschließend folgen verkleidete Menschen. Von Ihrem letzten Urlaub in Tirol wissen sie, dass dies Matschgerer sind.

Sie werden aus Ihren Überlegungen gerissen, als ein alt anmutender, im kreativen Prozess geschaffener Zug vorbei getragen wird. Und nun, zu guter Letzt, folgt ein Tanz, die Stimmung steigert sich nochmals, den Regen bemerken die Teilnehmer nicht mehr. Sie wurden gerade Zeuge eines Tiroler Festeinzugs.
Ein Lächeln umspielt Ihre Lippen, während sie dem Ausklang des Tages und somit dem Ende dieses Lagers folgen. Dann wird der Bildschirm schwarz.
Die Streicher und der Pianist schrauben gegenseitig ihr Tempo nochmals in die Höhe, bis diese dann ebenfalls nach dem letzten Takt endgültig verstummen.

Sie sind glücklich

 

 

 


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